Die Genossenschaft Dreieck wurde 1996 mit der Absicht gegründet, die Häuser im Dreieck Anker Gartenhof- und Zweierstrasse von der Stadt Zürich im Baurecht zu erwerben, zu sanieren und als günstigen Wohn- und Gewerberaum zu unterhalten.
Das primäre Ziel der Genossenschaft Dreieck ist die Erhaltung von guten und günstigen Wohn- und Gewerberäumen.
2003 wuchs das Dreieck über die Ankerstrasse, und im Jahr 2018 sogar hinaus ins Quartier – 5 Liegenschaften wurden dazugekauft und konnten damit der Spekulation entzogen werden.

Wohnen und Arbeiten

Mit einem Anteil von 61.3 % Wohnen und 39.7 % Gewerbe weist die Genossenschaft einen besonderen Mix auf: Der hohe Anteil an Gewerbetreibenden und Läden steht für die Lebendigkeit der Genossenschaft.
Die Bedürfnisse der Wohnenden und Gewerbetreibenden sollen sich im Idealfall gegenseitig ergänzen.

Bauphilosophie:

Ökologisches Bauen war von Anfang an ein Ziel des Sanierungskonzeptes. Neben der Vermeidung von Abfällen und der Verwendung schadstofffreier und rezyklierbarer Baustoffe stellte sich bei der Planung vor allem die Frage nach dem Energiehaushalt.
Da sich bei den Altbauten der Energieverbrauch nur teilweise minimieren liess, wurde umsomehr Wert auf eine umweltschonende Energiequelle gelegt: der grösste Teil der benötigten Wärme wird heute aus dem Grundwasser gewonnen, das in 20-50m Tiefe unter dem Dreieck vom Sihltal Richtung Altstetten strömt.
In der Energiezentrale an der Zweierstrasse 42 wird das Wasser aus der Tiefe hochgepumpt und über einen Wärmetauscher wird diesem Wärme entzogen; die Wärmepumpe nutzt die thermische Energie zur Erwärmung des Heiz- und Brauchwassers für das ganze Dreieck. Zur Deckung der Verbrauchsspitzen steht zusätzlich ein Gasheizkessel zur Verfügung. Das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich betreibt die Anlage als Kontraktor.

Die Wärmepumpe schont Umwelt und Atmosphäre: Eine konventionelle Anlage gleicher Grösse verbrennt jährlich über 100’000 Liter Heizöl und belastet Umwelt und Klima mit mehr als 200 Tonnen CO2.

Minergie

Bei den Neubauprojekten Gartenhofstrasse 27 und Zweierstrasse 50 wurden moderne Wärmedämmsysteme, optimierte Ausnützung der Sonneneinstrahlung und kontrollierte Raumlüftung realisiert.
Durch diese Massnahmen wurde der Wärmebedarf auf ein Minimum reduziert; die Bauten erfüllen den vom Bund festgelegten Minergie-Standard.

Solarpanels

Auf den Flachdächern der beiden Neubauten sind Solarpanels montiert, sie decken 20% des Allgemeinstroms.

Renovation der Altbauten

Die meisten Häuser waren bei der Übernahme durch die Genossenschaft 1995 in einem desolaten Zustand. Da die Gebäude zu Gunsten des Zürcher Expressstrassen-Y Projekts hätten abgerissen werden sollen, waren über
Jahrzehnte hinweg keine Unterhaltsarbeiten ausgeführt worden. Zwei Drittel der Wohnungen verfügten zudem weder über Badezimmer noch Zentralheizungen.
Sowohl die Gebäudehüllen als auch viele Oberflächen im Innern mussten grundlegend erneuert und die technischen Installationen ersetzt werden.

Fünf Planungsteams

Mit Planung und Bauleitung wurden die Architekturbüros beauftragt, die bereits 1990 zusammen mit dem Bewohner*innen das Renovationskonzept erarbeitet hatten:

Albers + Cerliani Architekten: Ankerstrasse 12 – 16

arc Architekten AG: Hofgebäude sowie Gartenhofstrasse 31

Architekturgenossenschaft Bauplan:
Zweierstrasse 48 und 56

Fahrländer+Fries Architekten: Ankerstrasse 6 und 20, sowie Zweierstrasse 42

Architektur+Landschaft: Umgebungsgestaltung

Konzept

Ziel der Sanierung war eine sanfte, erhaltende Erneuerung: Trotz Komfortanpassungen blieben, falls möglich, Gebäudestruktur und Grundrisse, aber auch Ausbauelemente wie Türen, Täfer und Bodenbeläge erhalten. Wo Modernisierungen wie z.B. der Einbau eines Badezimmers nötig waren, wurden auf das Haus angepasste, den Charakter der Wohnungen nicht beeinträchtigende Lösungen gesucht. Zum Sanierungskonzept gehörten auch die Beteiligung der Bewohner*innen bei der Planung und eine ökologische, erneuerbare Energien nutzende Wärmeerzeugung.
Bauzeit: Januar 1997 – Juni 2000

Projektentwicklung für die Neubauten

Die Wohnhäuser Gartenhofstrasse 27 und Zweierstrasse 50 sowie ein Werkstattgebäude im Hof konnten nicht mit tragbarem Aufwand saniert werden. Zusammen mit der 1986 gerissenen Baulücke an der Zweierstrasse bilden sie das Areal für eine Neubebauung, die bis Ende 2002 realisiert wurde. Die Neubauten waren bereits Teil des Sanierungskonzepts von 1991; im Sommer 1998 wurde die Diskussion wieder aufgenommen. Aufgrund eines Studienwettbewerbs wurden zwei der vier im Dreieck tätigen Architekturbüros mit der Planung beauftragt.

Konzept

Die Projektierungsarbeiten richteten sich nach vorgegebenen Planungsschwerpunkten:

– Volumetrische Einpassung in die Umgebung
– Eigenständiger, zeitgemässer Ausdruck der Gebäude
– «Gepflegter Rohbau» im Innern
– Erfüllung des Minergie-Standards
– Rollstuhlgängigkeit in allen Geschossen
– Durch günstige Mieten limitierte Baukosten.

Die Genossenschaft erweiterte mit den Neubauten das Angebot an innovativen und günstigen Wohn- und
Gewerberäumen: Grosswohnungen (ca. 150 m²) und loftartige Atelierwohnungen (ab ca. 50 m²), ein Bibliothekslokal (320 m²) und Büros.
Im Neubau Gartenhofstrasse entstanden der neue Gemeinschaftsraum der Genossenschaft und anschliessend ein neuer gemeinschaftlicher Platz im Innenhof

Gartenhofstrasse 27

Der Neubau wurde an das Haus Zweierstrasse 42 angebaut und nutzt auch dessen bestehendes Treppenhaus; zusätzlich wurde das Gebäude durch einen Lift erschlossen. Hofseitig entstanden in einer Zwischenschicht Balkone für beide Häuser.

Architektur: K. Fahrländer, Zürich

Zweierstrasse 50

Der Bau führt die bestehende Blockrandbebauung weiter und wurde an das Haus Zweierstrasse 56 angebaut.
Die Erschliessung mit Lift, offener Treppe und Laubengängen liegt auf der Hofseite.
  
Projekt: Albers+Cerliani Architekten, Zürich

Mitgliedschaft
Reglement Solidaritätsfonds